Was ein Feng-Shui-Berater rechtlich darf, und was nicht
Ein Feng-Shui-Berater berät Sie nach der traditionellen Lehre zu Ausrichtung, Farben und Möblierung. Die Bezeichnung ist in Deutschland nicht geschützt. Jeder darf sich so nennen, unabhängig von einer Ausbildung (siehe Feng-Shui-Berater finden und die Ausbildung prüfen).
Was ein Feng-Shui-Berater nicht darf, ist ebenso wichtig wie das, was er anbietet. Er plant keine tragenden Wände, prüft keine Schadstoffe und stellt keine Diagnose. Für diese drei Aufgaben braucht es andere Berufe, teils geschützt, teils nicht.
Warum Innenarchitekt eine geschützte Berufsbezeichnung ist
Innenarchitekt und Innenarchitektin sind bundesweit geschützte Berufsbezeichnungen. Geregelt wird der Schutz durch das Architektengesetz des jeweiligen Bundeslandes, nicht durch ein einziges Bundesgesetz. Wer sich so nennen will, muss in die Architektenliste der zuständigen Architektenkammer eingetragen sein.
Die Eintragung setzt ein Studium der Innenarchitektur von in der Regel drei bis vier Jahren voraus, oft ergänzt um mehrere Jahre praktische Tätigkeit. Ohne diese Eintragung darf sich niemand Innenarchitekt nennen, selbst wenn er entsprechend arbeitet.
Verwendet jemand den Titel trotzdem ohne Eintragung, kann die zuständige Architektenkammer dagegen vorgehen. Genau das unterscheidet den Titel Innenarchitekt von der Bezeichnung Feng-Shui-Berater: Für Letztere gibt es keine Kammer und keine Stelle, die eine falsche Führung des Namens verfolgen würde.
Warum Baubiologe keine geschützte Bezeichnung ist
Baubiologe ist, anders als Innenarchitekt, keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung. Jeder darf sich so nennen, ohne Ausbildung und ohne Prüfung.
Eine eigene Qualifikation vergeben private Institute, etwa das Institut für Baubiologie und Nachhaltigkeit mit der Zusatzbezeichnung Baubiologe IBN. Diese Klammerbezeichnung schützt das Institut als eigene Marke. Eine staatliche Zulassung wie bei Innenarchitekten ist sie nicht.
Ein Baubiologe misst mit kalibrierten Geräten physikalische Größen wie Elektrosmog, Schimmelsporen oder Schadstoffe in der Raumluft. Das unterscheidet ihn deutlich von einer Feng-Shui-Beratung, die mit der überlieferten, nicht messbaren Raumenergie arbeitet, nicht mit einem Messgerät.
Für Sie als Kunde bedeutet das: Fragen Sie bei einem Baubiologen nach dem konkreten Messgerät und dem Institut hinter dem Zertifikat, so wie Sie bei einem Feng-Shui-Berater nach der Ausbildung fragen. Beide Berufe stehen ohne staatliche Aufsicht da, nur aus unterschiedlichen Gründen: Feng Shui ist Überlieferung, Baubiologie ist Messtechnik ohne einheitliche Ausbildungspflicht.
Warum ein Raumausstatter trotzdem eine Zulassung braucht
Raumausstatter klingt wie eine freie Berufsbezeichnung, ist aber seit dem 14. Februar 2020 wieder ein zulassungspflichtiges Handwerk. Die Anlage A der Handwerksordnung führt ihn an Position 52, zusammen mit elf weiteren Gewerken, die an diesem Tag die Meisterpflicht zurückbekamen.
Der Unterschied zum Innenarchitekten liegt im Mechanismus, nicht im Ergebnis. Der Architektentitel schützt einen Namen. Die Handwerksordnung schützt eine Tätigkeit. Wer als Raumausstatter einen eigenen Betrieb führen will, muss in die Handwerksrolle eingetragen sein, meist mit einem Meisterbrief oder einer Ausnahmebewilligung.
Wer den Betrieb schon vor dem 13. Februar 2020 führte, darf ihn nach einer Bestandsschutzregel ohne Meisterbrief fortführen. Diese Regel hängt am Betrieb, nicht an der Person, und erlischt, wenn der Betrieb aufgegeben wird.
Für Sie als Auftraggeber heißt das: Ob ein Raumausstatter in der Handwerksrolle steht, können Sie bei der zuständigen Handwerkskammer erfragen. Das ist ein Unterschied zum Feng-Shui-Berater, bei dem es kein vergleichbares Register gibt. Ein Betrieb ohne Eintragung arbeitet in dieser Sparte nicht rechtmäßig, auch wenn seine Arbeit handwerklich gut sein mag.
Wer bauliche Änderungen tatsächlich planen darf
Soll eine Wand versetzt, ein Fenster vergrößert oder eine tragende Struktur verändert werden, reicht keine der beiden ungeschützten Bezeichnungen. Diese Planung braucht einen Innenarchitekten, einen Architekten oder einen Tragwerksplaner, je nach Eingriff. Ein Feng-Shui-Berater darf Ihnen zwar sagen, wo die Lehre eine Wand oder Tür anders sähe, planen und genehmigen lassen kann er den Umbau aber nicht.
| Rolle | Geschützt? | Wofür Sie sie brauchen | Wofür nicht |
|---|---|---|---|
| Feng-Shui-Berater | Nein, jeder darf sich so nennen | Ausrichtung, Farben, Möblierung nach der Lehre | Bauliche Änderungen, Schadstoffmessung, Diagnosen |
| Innenarchitekt | Ja, durch das Architektengesetz des Landes | Grundriss, tragende Wände, Bauantrag | Traditionelle Feng-Shui-Zuordnungen wie das Bagua |
| Baubiologe | Nein, nur private Institutszertifikate wie IBN | Messung von Elektrosmog, Schimmel, Schadstoffen | Bauliche Planung, Feng-Shui-Empfehlungen |
| Raumausstatter | Die Tätigkeit ja, seit 2020 wieder Anlage A | Bodenbeläge, Tapeten, Polster, Sonnenschutz | Tragende Bauteile, Elektroinstallation |
Fehlt eine dieser Qualifikationen im Team, verzögert sich oft nicht die Feng-Shui-Beratung selbst, sondern die Umsetzung danach, weil eine Genehmigung oder eine Fachfirma erst noch gefunden werden muss.
Wie die vier Berufe zusammenarbeiten
In einem größeren Umbau wirken oft mehrere dieser Rollen zusammen, in einer festen Reihenfolge. Der Innenarchitekt plant Grundriss und Statik. Der Baubiologe prüft Schadstoffe vor dem Ausbau. Der Raumausstatter verlegt Böden und näht Vorhänge. Der Feng-Shui-Berater ordnet am Ende Möblierung und Farben nach der Lehre ein.
Diese Reihenfolge ist keine Vorschrift, sie ergibt sich aus dem Bauablauf: Wände und Leitungen stehen fest, bevor Möbel und Farben überhaupt Sinn ergeben. Wer die Reihenfolge umdreht, ordnet Möbel in einem Raum an, der sich kurz darauf wieder verändert.
Manchmal deckt sich eine Empfehlung der Lehre mit einer Regel der Raumplanung. Welche das sind, klärt am besten das Gespräch zwischen Feng-Shui-Berater und Innenarchitekt, nicht die Lehre allein.
Für den planerischen Teil gibt es fachliche Grundlagen. Dass eine bestimmte Anordnung nach der Lehre Erfolg oder Gesundheit fördert, ist dagegen Überlieferung und nicht durch Studien gestützt.
Welche Frage über die Wahl entscheidet
Fragen Sie sich zuerst, ob eine bauliche Änderung nötig ist. Ja, dann brauchen Sie einen Innenarchitekten oder Architekten, unabhängig von jeder weiteren Wahl. Das entscheidet die Statik, nicht der Geschmack.
Fragen Sie sich als Zweites, ob eine gesundheitliche Sorge im Raum steht, etwa Schimmelgeruch oder Kopfschmerzen in einem bestimmten Zimmer. Dann führt der erste Weg zur Baubiologie und, bei anhaltenden Beschwerden, zur Ärztin, nicht zur Feng-Shui-Beratung.
Bleibt am Ende nur die Frage nach Ausrichtung, Farbe und Möblierung ohne bauliche oder gesundheitliche Komponente, ist ein Feng-Shui-Berater die richtige Anlaufstelle, und ein Raumausstatter die richtige Adresse für die handwerkliche Umsetzung von Böden, Stoffen und Sonnenschutz. Was eine solche Beratung kostet, steht im eigenen Ratgeber dazu.
Häufige Fragen
Ist die Berufsbezeichnung Innenarchitekt in Deutschland geschützt?
Ja, Innenarchitekt ist in Deutschland bundesweit geschützt, geregelt durch das Architektengesetz jedes einzelnen Bundeslandes. Wer den Titel führen will, muss in die Architektenliste der zuständigen Kammer eingetragen sein. Ohne diese Eintragung ist die Bezeichnung nicht erlaubt.
Darf ein Feng-Shui-Berater eine tragende Wand versetzen lassen planen?
Nein, ein Feng-Shui-Berater darf keine tragende Wand planen. Diese Planung braucht einen Innenarchitekten, einen Architekten oder einen Tragwerksplaner, je nach Umfang des Eingriffs. Die Feng-Shui-Beratung selbst folgt danach, wenn Grundriss und Statik feststehen.
Ist Baubiologe eine geschützte Berufsbezeichnung?
Nein, Baubiologe ist keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung. Jeder darf sich so nennen, ohne Ausbildung und ohne Prüfung. Private Institute wie das Institut für Baubiologie und Nachhaltigkeit vergeben eigene Zertifikate wie Baubiologe IBN, das ist aber keine staatliche Zulassung.
Braucht ein Raumausstatter einen Meisterbrief?
Ja, seit dem 14. Februar 2020 braucht ein Raumausstatter für einen eigenen Betrieb wieder einen Meisterbrief oder eine Ausnahmebewilligung. Wer den Betrieb schon vorher führte, darf ihn nach einer Bestandsschutzregel ohne Meisterbrief fortführen.
Wer prüft Elektrosmog oder Schimmel in meiner Wohnung?
Elektrosmog oder Schimmel prüft ein Baubiologe mit kalibrierten Messgeräten, nicht ein Feng-Shui-Berater. Die Feng-Shui-Lehre arbeitet mit der überlieferten Raumenergie, die sich nicht messen lässt, nicht mit physikalischen Messwerten.
Kann dieselbe Person Feng-Shui-Beraterin und Innenarchitektin sein?
Ja, das kommt vor, weil beide Tätigkeiten sich nicht ausschließen. Prüfen Sie in diesem Fall beide Qualifikationen einzeln: die Eintragung in die Architektenliste für den Titel Innenarchitektin, und Ausbildung oder Zertifikat für die Feng-Shui-Seite.
